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Flächenstilllegungen und Extensivierung - Wie können wir uns so etwas leisten?

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Zum Thema des 37. Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz

Forderungen nach einer „Extensivierung der Bewirtschaftung von Waldflächen“ oder sogar „dauerhaften Stilllegung von bisher bewirtschaften Waldflächen“ werden zunehmend lauter und nachdrücklicher erhoben. Die Begründungen dafür sind vielfältig und reichen unter anderem vom Schutz der Biodiversität über Fragen des Klimaschutzes oder veränderte gesellschaftliche Wertvorstellungen bis hin zu betriebswirtschaftlich-ökonomischen Rationalitäten.

Politik und Verwaltung scheinen diese Forderungen bei der Formulierung und Implementierung ihrer Strategien vermehrt aufzugreifen. Prominente Beispiele sind die nationale Strategie für biologische Vielfalt, das Stiftungswald-Konzept für den öffentlichen Wald in Nordrhein-Westfalen, die Gründung der DBU-Naturerbe GmbH zur Betreuung von stillgelegten Bundeswaldflächen, die Kriterienlisten von forstlichen Zertifizierungsstandards und die Diskussionen um die Einrichtung von Waldnationalparks und anderen großflächigen Waldschutzgebieten.

Aber wie kann sich ein Industrieland wie Deutschland das eigentlich leisten? Der Verbrauch an Holz und holzbasierten Produkten steigt weiter und wird nicht zuletzt durch den politisch motivierten Wandel zu einer Bioökonomie weiter befeuert. Die verlässliche Sicherung der Rohstoffversorgung ist für Deutschland, als ein nicht nur im europäischen Markt bedeutender Standort der Holz- und Papierindustrie, besonders wichtig. Neben den direkten ökonomischen Folgen von Flächenstilllegungen und Bewirtschaftungsextensivierungen stellt sich die Frage, ob es auch zu ökologischen und sozialen Kosten kommt. Sollen fehlende Ressourcen durch Importe aus Ländern mit möglicherweise geringeren Standards für nachhaltiges Wirtschaften gedeckt werden? Welche Auswirkungen sind für die Entwicklung strukturschwacher Räume zu erwarten?

Das Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz 2017 verbindet die verschiedenen, scheinbar losen Enden der sich verschärfenden, aktuellen Diskussionen. In einer nüchternen Gesamtschau werden Argumente zusammengeführt, um informierte Diskussionen zu stimulieren und Ansatzpunkte für ein konstruktives Handeln aller betroffenen Akteure zu ermöglichen.

Die Veranstalter freuen sich über eine möglichst zahlreiche Teilnahme und erwarten eine rege Diskussion.

  
Prof. Dr. D. Jaeger   |   Professur für Forstliche Verfahrenstechnik

Prof. Dr. M. Hanewinkel   |   Professur für Forstökonomie und Forstplanung

Prof. Dr. D. Kleinschmit  |  Professur für Forst- und Umweltpolitik

Prof. Dr. H. Schanz   |   Professur für Environmental Governance

Prof. M. P. Laborie, Ph.D.   |   Professur für Forstliche Biomaterialien

 

Foto: S. Schönherr

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