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40. Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz, 30. und 31. Januar 2020

Komplexität, Unsicherheit, Nicht-Wissen? Entscheiden!

 

Aus Anlass des 40. Jubiläums haben wir entschieden, im Winterkolloquium einmal nicht wie sonst üblich ein „heißes Eisen“ der Forst- und Holzwirtschaft zu reflektieren, sondern stattdessen eine scheinbare Alltäglichkeit kritisch zu beleuchten: Entscheidungen!

Mit scheinbarer Selbstverständlichkeit werden tagtäglich Entscheidungen in der Politik, in der Gesellschaft, im Management und im Persönlichen getroffen – beziehungsweise sollten getroffen werden. Gerade auch die Forst- und in Folge auch die Holzwirtschaft sind aufgrund ihrer Naturgebundenheit und ihrer Langfristigkeit in besonderem Maße mit Fragen der Komplexität und Unsicherheiten konfrontiert. Insbesondere in Verbindung mit Nicht-Wissen werden Entscheidungen erschwert. Die Frage nach der richtigen Baumartenwahl angesichts eines sich möglicherweise rasch verändernden Klimas und die Folgen für die Holzindustrie ist nur ein aktuelles Beispiel, mit unzweifelhaft entscheidenden Konsequenzen.

Wie entstehen Entscheidungen und wer wird in diese Entscheidungsfindung einbezogen? Wie wird mit Komplexität und Unsicherheit in der Entscheidungsfindung umgegangen? Und welche Rolle spielt dabei das (Nicht-)Wissen? Das 40. Winterkolloquium Forst und Holz nähert sich diesen Fragen wie gewohnt aus verschiedenen Perspektiven: unter Einbeziehung von Praxis und Politik und dem Strauß an wissenschaftlicher Expertise und – wie seit 40 Jahren entscheidend für den Erfolg – Ihren Diskussionsbeiträgen.

Die Vorträge des 40. Winterkolloquiums Forst und Holz stehen Ihnen unter Downloads zur Verfügung.

 

 

39. Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz, 24. und 25. Januar 2019

Heizt die Forst- und Holzwirtschaft dem Klima ein?

 

"We, leaders, today in Paris on November 30th 2015, recognize the essential role forests play in the long-term health of our planet, in contributing to sustainable development, and in meeting our shared goal of avoiding dangerous climate change"

Mit diesem Zitat haben die Staatschef im Rahmen des Klimaabkommens 2015 in Paris die bedeutende Rolle des Waldes in der Klimapolitik gewürdigt. Aber welchen Wald hatten die Staatschef eigentlich im Blick? Ist Wald nutzen oder schützen die richtige Antwort? Und leisten die Städte mit ihren verstärkten Bemühungen im Holzbau einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz oder sind sie damit auf dem Holzweg?

Die scheinbar unumstrittene Formel „Nachhaltige Holznutzung und möglichst lange Bindung des CO2 im Holzbau = optimaler Beitrag zum Klimaschutz“ wird aktuell in der Wissenschaft und zunehmend auch in der Politik hinterfragt. Wirken sich Flächen ohne Holznutzung sogar positiver auf die CO2 Speicherleistung des Waldes aus oder ist ein bewirtschafteter Wald der bessere Garant für CO2 Bindung? Lässt sich die Festlegung von CO2 über verstärkte Verwendung von Holz im Städtebau als realistische Klimaschutzstrategie von Kommunen überhaupt realisieren? Erlauben technische Vorgaben und Lieferketten über einzelne Leuchtturmprojekte hinaus, Holz im großen Stil als Ersatz für andere Baustoffe zu präsentieren?

Das Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz 2019 setzt sich zum Ziel, die Rolle der Forstwirtschaft und die Bedeutung des kommunalen Holzbaus bei der Umsetzung des internationalen Klimaabkommens zu beleuchten. Anhand von Beiträgen ausgewiesener Expertinnen und Experten aus Theorie und Praxis sollen die verschiedenen Sichtweisen beleuchtet und kritisch diskutiert werden, um pauschalisierende Stellungnahmen zu vermeiden und zu einer sachlichen, zielgerichteten Diskussion in der Öffentlichkeit beizutragen.

Die Vorträge des 39. Winterkolloquiums Forst und Holz stehen Ihnen unter Downloads zur Verfügung.

 

 

38. Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz, 25. und 26. Januar 2018

Wie kampagnenfähig  sind eigentlich Forst- und Holzwirtschaft?

Das Freiburger Winterkolloquium 2018 greift das von vielen Seiten seit längerem gewünschte Thema Kommunikation in und mit der Gesellschaft auf.

Inhaltlicher Ausgangspunkt ist das in der Forst- und Holzwirtschaft häufig geäußerte Gefühl, für die Erbringung vielfältiger gesellschaftlicher und ökologischer Leistungen in der und durch die Öffentlichkeit nicht ausreichend gewürdigt zu werden. Beinahe ritualisierend wird seit Jahren beklagt, dass es dem Sektor nicht gelänge, mit den entsprechenden Botschaften in der Öffentlichkeit richtig durchzudringen. Die öffentliche strategische Kommunikation anderer Akteursgruppen wird dagegen als erfolgreicher und müheloser wahrgenommen.

Was machen diese anderen Akteursgruppen also scheinbar anders? Oder liegt es an den Themen der Forst- und Holzwirtschaft und der Schwierigkeit einer gemeinsamen Kommunikation? Wie sieht gelingende strategische Kommunikation überhaupt aus und was sind die Voraussetzungen dafür? Wie ist es einzuordnen, dass ein Buch wochenlang die Bestsellerlisten anführt, während gleichzeitig 4.500 Personen aus forst- und holzwirtschaftlichen Fachkreisen eine öffentliche Petition dagegen unterzeichnen? Braucht es „alternative Fakten“ für eine erfolgreiche Kommunikation mit der Öffentlichkeit? Oder geht es gar nicht primär um Kommunikation, sondern um Aufmerksamkeit?

Das Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz 2018 versucht, diese und weitere, damit zusammenhängende Fragen anhand der Beiträge von ausgewiesenen Expertinnen und Experten aus Theorie und Praxis zu beleuchten, um neue Einsichten zu ermöglichen, informierte Diskussionen zu stimulieren und Ansatzpunkte für ein konstruktives Handeln aller betroffenen Akteure zu befördern.

Die Vorträge des 38. Winterkolloquiums Forst und Holz stehen Ihnen unter Downloads zur Verfügung.

 

 

37. Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz, 26. und 27. Januar 2017

Flächenstilllegungen und Extensivierung -  Wie können wir uns so etwas leisten?

Forderungen nach einer „Extensivierung der Bewirtschaftung von Waldflächen“ oder sogar „dauerhaften Stilllegung von bisher bewirtschaften Waldflächen“ werden zunehmend lauter und nachdrücklicher erhoben. Die Begründungen dafür sind vielfältig und reichen unter anderem vom Schutz der Biodiversität über Fragen des Klimaschutzes oder veränderte gesellschaftliche Wertvorstellungen bis hin zu betriebswirtschaftlich-ökonomischen Rationalitäten.

Politik und Verwaltung scheinen diese Forderungen bei der Formulierung und Implementierung ihrer Strategien vermehrt aufzugreifen. Prominente Beispiele sind die nationale Strategie für biologische Vielfalt, das Stiftungswald-Konzept für den öffentlichen Wald in Nordrhein-Westfalen, die Gründung der DBU-Naturerbe GmbH zur Betreuung von stillgelegten Bundeswaldflächen, die Kriterienlisten von forstlichen Zertifizierungsstandards und die Diskussionen um die Einrichtung von Waldnationalparks und anderen großflächigen Waldschutzgebieten.

Aber wie kann sich ein Industrieland wie Deutschland das eigentlich leisten? Der Verbrauch an Holz und holzbasierten Produkten steigt weiter und wird nicht zuletzt durch den politisch motivierten Wandel zu einer Bioökonomie weiter befeuert. Die verlässliche Sicherung der Rohstoffversorgung ist für Deutschland, als ein nicht nur im europäischen Markt bedeutender Standort der Holz- und Papierindustrie, besonders wichtig. Neben den direkten ökonomischen Folgen von Flächenstilllegungen und Bewirtschaftungsextensivierungen stellt sich die Frage, ob es auch zu ökologischen und sozialen Kosten kommt. Sollen fehlende Ressourcen durch Importe aus Ländern mit möglicherweise geringeren Standards für nachhaltiges Wirtschaften gedeckt werden? Welche Auswirkungen sind für die Entwicklung strukturschwacher Räume zu erwarten?

Das Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz 2017 verbindet die verschiedenen, scheinbar losen Enden der sich verschärfenden, aktuellen Diskussionen. In einer nüchternen Gesamtschau werden Argumente zusammengeführt, um informierte Diskussionen zu stimulieren und Ansatzpunkte für ein konstruktives Handeln aller betroffenen Akteure zu ermöglichen.

Die Vorträge des 37. Winterkolloquiums Forst und Holz stehen Ihnen unter Downloads zur Verfügung.

 

 

36. Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz, 28. und 29. Januar 2016

Fit für den Wandel - Innovations- und Adaptionsstrategien der Forst- und Holzwirtschaft

Sowohl die Forstwirtschaft als Form der klassischen, standortgebundenen Urproduktion wie auch die Be- und Verarbeitung von Holz sind jeweils althergebrachte Wirtschaftszweige mit einer langen Tradition. Allgemein gelten forstwirtschaftliche Akteure deshalb als konservativ und regional verortet, mit wenig Affinität zu Innovation und strategischem Umgang mit Wandel. Der Holzwirtschaft wird aufgrund ihres höheren Technologieeinsatzes und ihrer Eingebundenheit in vielfach globale Marktketten dagegen eine größere Innovationsorientierung zugeschrieben. Dennoch wird auch die Holzindustrie in der öffentlichen Wahrnehmung nicht als typische Wachstums- und High-Tech Branche identifiziert.

Beide Branchen sind unmittelbar aufeinander bezogen, wie das nicht zuletzt im Clustergedanken seinen Ausdruck findet. Folgt man den Ausführungen ihrer Verbandsvertreter, sieht sich jede Branche für sich zunehmend starkem, aber unterschiedlichem Wandel ausgesetzt: Für die Forstwirtschaft werden vor allem Herausforderungen durch den Klimawandel, politisch gewünschte Flächenstilllegungen und Veränderungen in den staatlichen Organisationsstrukturen genannt. Die Holzwirtschaft sieht Engpässe in der Rohholzversorgung, Strukturveränderung, internationalen Wettbewerbsfähigkeit und zunehmend in den volatilen Absatzmärkten, aber auch den Zugang zu Investitionskapital als Problemfelder.

Das Winterkolloquium Forst und Holz 2016 ging der Frage nach, welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen Innovation und Adaption in der Forst- und Holzwirtschaft ermöglichen und begünstigen. Zudem wurden Ansätze für zielführende Zukunftsstrategien herausgearbeitet, aber auch praktische Beispiele für betriebliche Innovationen und ihre Umsetzung gegeben.
 

Die Vorträge des 36. Winterkolloquiums Forst und Holz stehen Ihnen unter Downloads zur Verfügung.

 

 

35. Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz, 29. und 30. Januar 2015

Abschied und Aufbruch: Forst- und Holzwirtschaft im Fokus der Deregulierung

Am Holzmarkt sehen sich die oft kleinen Forstbetriebe einer differenzierten, in ihrer Struktur aber zunehmend konsolidierten Holzindustrie gegenüber. Um die Marktfähigkeit der kleinen privaten und kommunalen Betriebe sicherzustellen, besteht bis heute in vielen Bundesländern das Angebot einer gemeinsamen Vermarktung von Rundholz durch die Landesforstbetriebe, was i.d.R. einhergeht mit einer umfassenden forstpraktischen Beratung und Betreuung.

Diese Vermarktungspraxis sichert zwar die effiziente und planbare Versorgung der Industrie mit Rohholz, gleichzeitig fühlen sich die kleinen und mittelgroßen Unternehmen der Säge- und Holzindustrie aufgrund der Bündelung der Rohholzmengen bei den staatlichen Forstbetrieben im Wettbewerb benachteiligt.

Das Bundeskartellamt ist auf ursprüngliche Initiative der Sägeindustrie tätig geworden und hat - zunächst für Baden-Württemberg - einen weitreichenden Beschlussentwurf formuliert. Dem Bundeskartellamt geht es dabei nicht nur um die negativen Folgen der über die Mengenbündelung erreichten Markstellung, sondern auch um die Behinderung des Wettbewerbs für nichtstaatliche Holzanbieter in Konkurrenz zur Landesforstverwaltung.

Entsprechend soll nicht nur das tradierte Konzept der gemeinsamen Vermarktung von Nadelstammholz durch die Landesbetriebe untersagt, sondern auch die vorgelagerte forstliche Betreuungstätigkeit massiv eingeschränkt werden. Es verwundert daher nicht, dass seither eine sehr grundsätzliche und in Teilen heftige Diskussion geführt wird, bei der die verschiedenen Akteure ganz unterschiedliche Positionen vertreten und weitreichende Konsequenzen fürchten - aber auch fordern.

Die Vorträge des 35. Winterkolloquiums Forst und Holz stehen Ihnen unter Downloads zur Verfügung.

 

 

34. Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz, 30. und 31. Januar 2014

Deutsche Forst- und Holzwirtschaft im globalen Wettbewerb: Weltspitze oder Sonderweg?

300 Jahre nach der ersten Erwähnung der Nachhaltigkeit im forstlichen Kontext hat die deutsche Forstwirtschaft ihre weltweite Vorreiterrolle für die Entwicklung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung in Theorie und Praxis gefeiert. Häufig wurde die deutsche Holzwirtschaft in diese Vorbildfunktion einbezogen.

Im Jahr nach dem Jubiläum wollen wir danach fragen, welche Bedeutung den beiden eng miteinander verbundenen Branchen in einer globalisierten Welt tatsächlich zukommt. Sind sie in der Lage, sich den Herausforderungen der aktuellen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Entwicklungen zu stellen? Ist der Cluster der deutschen Forst- und Holzwirtschaft bereit, den Blick über den "Tellerrand" zu wagen, bereit danach zu fragen, welche Lösungsansätze in anderen Ländern verfolgt werden, und bereit, eigene traditionelle Positionen selbstkritisch zu hinterfragen? Hat die Forst- und Holzwirtschaft auch heute noch genug Selbstvertrauen, ihre für richtig erachteten Konzepte auf der internationalen politischen Bühne, in den internationalen Fachdiskussionen und auf den internationalen Märkten durchzusetzen? Ist deutsches Fachwissen heute überhaupt noch gefragt oder bestimmen längst die Experten aus anderen Ländern und Politikbereichen die Entwicklung der Branchen? Hat die deutsche Forstwirtschaft mit der Betonung von Integration, Multifunktionalität, Naturnähe und Sortenvielfalt des Holzangebots vielleicht längst einen nationalen Sonderweg beschritten, der absehbar in einer Sackgasse endet?

Diesen und vielen anderen, damit zusammenhängenden Fragen wollen wir beim 34. Winterkolloquium Forst und Holz nachgehen. International erfahrene Referenten aus Wissenschaft und Praxis werden dazu ihre Erkenntnisse, Erfahrungen und Standpunkte erläutern und mit den Teilnehmern diskutieren.

Die Vorträge des 34. Winterkolloquiums Forst und Holz stehen Ihnen unter Downloads zur Verfügung.

 

 

33. Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz, 24. und 25. Januar 2013

Bioökonomie - ein Thema für die Forst- und Holzwirtschaft

Update  Die aktuellen Vorträge stehen Ihnen unter » Downloads zur Verfügung.

Bioökonomie ist ein neuer Leitbegriff, der derzeit verstärkt Eingang in die politische Diskussion findet. Es geht um die Entwicklung von neuartigen Produkten und Produktionsverfahren, die auf biologischen Ressourcen aufbauen und um die damit verbundenen Wertschöpfungsketten von der Erzeugung von Biomasse in Land- und Forstwirtschaft bis zu Endprodukten der Ernährungswirtschaft, der Industrie oder der Energiewirtschaft.

Die deutsche Forstwirtschaft produziert nachhaltig mit ca. 70 Mio tatro Holz pro Jahr das mengenmäßig bei weitem bedeutsamste Biomaterial. Die Verarbeitung erfolgt durch eine ausdifferenzierte, produktionstechnisch modern aufgestellte Industrie. Dennoch wird die Vision Bio-Ökonomie bis heute vor allem von anderen Wirtschaftszweigen vorangetrieben und diskutiert. Agrar- und Ingenieurwissenschaften, Chemie und Biologie springen nicht nur auf den gerade Fahrt aufnehmenden "Bio-Ökonomiezug" auf, sondern versuchen von Anfang an seine Richtung zu bestimmen.

Das 33. Winterkolloquium Forst und Holz will diese Diskussion für die Forst- und Holzwirtschaft aufnehmen und klären, wie sich die Branchen als Rohholzlieferant sowie als Hersteller sowohl von traditionellen als auch von innovativen neuen Produkten und Dienstleistungen im Rahmen einer Bio-Ökonomie-Strategie positionieren könnten. Dabei sollen ressourcen- und energiewirtschaftliche Fragen auch in Bezug auf ihre politischen, ökologischen und ethischen Implikationen erörtert werden. Referenten aus Wissenschaft und Praxis werden dazu ihre Erkenntnisse und Sichtweisen erläutern und mit den Teilnehmern des Kolloquiums diskutieren.

 

 

32. Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz, 26. und 27. Januar 2012

Nach der Reform ist vor der Reform: Organisation als zentraler Erfolgsfaktor für die Zukunftsfähigkeit des Sektors Forst und Holz

Wenn es um den Erfolg und die langfristige Existenzsicherung und damit um die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen oder gesellschaftlichen Institutionen geht, stehen zunächst meist technische, ökonomische und politische Aspekte wie innovative Produkte und Dienstleistungen, Kapitalstärke und Marktbedeutung, Effizienz und gesellschaftspolitische Akzeptanz im Mittelpunkt der Diskussion. Eine nähere Betrachtung macht aber deutlich, dass Zukunftsfähigkeit auch zentral mit Fragen der Organisation in Zusammenhang steht.

Das 32. Freiburger Winterkolloquium Forst & Holz richtet den Fokus auf die Organisation als zentralen Erfolgsfaktor im Sektor Forst und Holz. Angesprochen werden dabei nicht nur Fragen der organisationalen Gestaltung „klassischer“ Institutionen aus Holzindustrie und Forstwirtschaft, wie Unternehmen, Betriebe und Verwaltungen; Organisationsfragen sind auch für „neue Akteure“, wie z.B. Netzwerke, Bürgerinitiativen und Verbände, von erfolgsentscheidender Bedeutung.

Wie bewältigen regional und global agierende Unternehmen der Holzindustrie den Spagat zwischen Kontinuität und Flexibilität ihrer Organisation bei zunehmender Komplexität und Unsicherheit ihres Umfeldes, wie bewerten Forstverwaltungen rückblickend die Erfahrungen aus ihren Reformprozessen und welchen organisatorischen Herausforderungen sehen sich alte und neue gesellschaftliche Institutionen des Sektors Forst und Holz bei sich rasch verändernden Rahmenbedingungen in der Zukunft gegenüber?

Referenten aus diesen Bereichen informieren und diskutieren über die Vielfalt möglicher Organisationsformen, ihre Vor- und Nachteile und über Erfahrungen mit organisatorischen Veränderungen und ihrer Umsetzung und haben dabei sowohl das Außenverhältnis zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft als auch managementbezogene Fragen der inneren Gestaltung und Führung von Organisationen im Blick.

Die Vorträge  des 32. Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz zum Herunterladen und nachlesen.

 

 

31. Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz, 27. und 28. Januar 2011

Die zweite Welle im Waldnaturschutz? Wildnis in Deutschland: Eine Herausforderung für die Forst- und Holzwirtschaft

Während viele Waldbesitzer noch mit der Umsetzung von Arten- und Biotopschutzprogrammen befasst sind, die in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts verabschiedet wurden (v.a. Natura 2000), beginnt mit „Wildnis“ zunehmend ein neuer Begriff die waldpolitische Agenda zu erobern. Spätestens mit der Entschließung des Europäischen Parlaments von 2009 zur Wildnis in Europa und mit den entsprechenden Flächenforderungen aus der deutschen Biodiversitätsstrategie wird deutlich, dass der Wunsch nach einem Zulassen von natürlicher Dynamik auf größeren Flächen eine Forderung darstellt, die über die vorhandenen Schutzgebiete deutlich hinausreicht.

Die Anhänger der Wildnisidee erwarten, dass der Verzicht auf menschliche Eingriffe völlig neue Erkenntnisse über Natur vermitteln und folglich zu neuen Leitbildern im Naturschutz führen könnte. Zudem sehen sie Chancen für Umweltbildung und Fremdenverkehr. Dabei trifft die aufkeimende Wildnisdebatte in Europa auf Wälder und deren Eigentümer, die sich bereits zahlreichen Forderungen ausgesetzt sehen. Die im Rahmen der Konkurrenz von stofflicher und energetischer Nutzung des Holzes bereits heute kalkulierbare Ressourcenknappheit wird durch jeden Nutzungsverzicht verstärkt, die heftigen politischen Debatten um die zukünftige Waldnutzung und den Zugriff auf die Flächen weiter angeheizt. Gleichzeitig stellen erste Forstbetriebe aber bereits Überlegungen an, wie sich Wildnis in Betriebskonzepte integrieren lässt.

Das Freiburger Winterkolloquium 2011 führt diese Debatte fort. Referenten aus Wissenschaft, Waldbesitz, Politik, Naturschutz und Holzindustrie stellen den heutigen Stand der Wildnisdebatte und ihre Bedeutung für die Waldnutzung dar. Es werden sowohl die politischen und ökonomischen Konsequenzen für die Betriebe der Forst- und Holzwirtschaft selbst als auch die volkswirtschaftlichen Folgen für die betroffenen Regionen aufgezeigt.

Die Vorträge  des 31. Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz vom 27. und 28. Januar 2011 zum Herunterladen und nachlesen.
 

  • K. Böltz, Bundesverband der Säge- und Holzindustrie Deutschland [.pdf 3,9 MB]
  • H. Freiberg, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit [.pdf 218 kB]
  • M. Heurich, Nationalpark Bayerischer Wald [.pdf 6,5 MB]
  • W. Kloos, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz [.pdf 611 kB]
  • W. Konold, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg [.pdf 5,5 MB]
  • B. Möhring, Abteiillung Forstökonomie und Forsteinrichtung, Georg-August-Universiität Göttingen [.pdf 1,6 MB]
  • U. Schraml, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg [.pdf 634 kB]
  • H. Textor, Forstdirektion Ingolstadt [.pdf 10,2 MB]
  • W. Wahmhoff, Deutsche Bundesstiftung Umwelt [.pdf 13,3 MB]
  • M. Woike, Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW [.pdf 2,2 MB]

 

 

30. Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz, 28. und 29. Januar 2010

Bioenergie – Chance oder Bedrohung für die Forst- und Holzwirtschaft?

Die Endlichkeit fossiler Ressourcen, der politisch vereinbarte Ausstieg aus der Atomenergie und vor allem die Sorge um die Entwicklung des Weltklimas sind wichtige Beweggründe dafür, dass den erneuerbaren Energien in den kommenden Jahren eine gegenüber heute noch deutlich zunehmende energiepolitische, klimapolitische und wirtschaftpolitische Bedeutung zukommen wird. Neben Windenergie und Wasserkraft und noch deutlich vor der Sonnenenergie und der Geothermie spielt dabei die Biomasse schon heute eine wichtige Rolle: Richtig eingesetzt ist sie nahezu CO2-neutral, erneuerbar, technisch beherrschbar und dezentral organisierbar. Nicht zuletzt wegen der problematischen Flächenkonkurrenz zur Nahrungsmittelerzeugung wird dabei kurz- und mittelfristig vor allem der Energieträger Holz eine Rolle spielen, wobei als Hauptpotenzial die Forstwirtschaft gilt. Die Realisierung der ehrgeizigen klimapolitischen Ziele und der darauf basierenden geplanten Investitionen im Energiebereich hängen also entscheidend von der Verfügbarkeit ausreichender Holzmengen ab. Dies wirft die Frage der Konkurrenz zur stofflichen Nutzung auf, gilt doch auch die Verwendung von Holz z.B. im Bau- und Wohnbereich oder als Papierverpackung als ökologisch und energiepolitisch höchst erwünscht. Die Forderung nach einer intensiveren Nutzung der Wälder und ihrer Holzvorräte lässt Fragen nach der Nachhaltigkeit, der Biodiversität und der langfristigen Nährstoffversorgung aufkommen. Nicht zuletzt gilt es, die vielfältige Waldbesitzerstruktur in Deutschland von der Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit der Erzeugung von Energie aus Holz ökologisch und ökonomisch zu überzeugen. All dies spielt sich nicht nur in regionalen und nationalen Dimensionen ab, sondern ist eingebettet in eine rasante globale Entwicklung der Märkte für erneuerbare Energien. Mit Energieversorgungsunternehmen treten neue mächtige Akteure auf den Plan, die mit ihrer Nachfrage auf einen tendenziell bereits angespannten europäischen Holzmarkt treffen. Energieversorgungsunternehmen brauchen Planungssicherheit, Forstbetriebe sind bestrebt, einen Teil der zukünftig möglicherweise erhöhten Wertschöpfung aus Energieholz für sich zu realisieren. Das 30. Winterkolloquium Forst und Holz wird sich mit den verschiedenen Facetten dieser Fragestellung befassen, wobei namhafte Redner aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaftspraxis zu Wort kommen.

Vorträge des 30. Freiburger Winterkolloquiums als pdf Download.
 

 

 

29. Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz, 29. und 30. Januar 2009

Forschung und Entwicklung - Motor für Erfolge in der Forst- und Holzwirtschaft?

Unter den Rahmenbedingungen einer globalisierten Wirtschaft ist Innovation ein entscheidender Faktor, wenn es um den Erhalt und den Ausbau der internationalen Konkurrenzfähigkeit geht. Dies gilt in besonderem Maße für Deutschland, wo Rohstoffarmut und hohe Arbeits- sowie Energiekosten dazu zwingen, die eigene Position durch laufende Verbesserungen sowohl der Produktionsprozesse wie auch der Produkte und Dienstleistungen zu erhalten und auszubauen. Auch die früher eher regional ausgerichtete Branche Forst und Holz ist heute in vielfacher Weise international verflochten und damit einem verstärkten Wettbewerb ausgesetzt. Allerdings gibt es Anzeichen dafür, dass hier Anstrengungen und finanzielle Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Vergleich zu anderen Branchen nach wie vor deutlich unterproportional sind, obwohl in der jüngeren Vergangenheit Strukturveränderungen sowohl im Forstbereich wie auch in der Holzindustrie die Voraussetzungen für eine intensivere Forschungs- und Entwicklungstätigkeit deutlich verbessert haben. Anlässlich des 29. Freiburger Winterkolloquiums soll analysiert und diskutiert werden, inwieweit Forschung und Entwicklung auch für die Branche Forst und Holz intensiviert und damit ein Motor für Erfolg und wirtschaftliches Wachstum werden kann. Auf einer Analyse der F&E-Aktivitäten der eigenen Branche aufbauend wird der Vergleich mit anderen Branchen und mit dem europäischen Ausland gezogen. Prominente Vertreter aus Forst- und Holzwirtschaft, sowie aus der Energiebranche formulieren aus ihrer Sicht zukünftigen Forschungsbedarf, Vertreter aus Wissenschaft und Politik diskutieren über die Notwendigkeit und die Möglichkeit, Forschung staatlicherseits zu koordinieren und zu fördern, und die Repräsentanten verschiedener Forschungseinrichtungen legen dar, wie diesem Forschungsbedarf entsprochen werden kann.

Gerade im Lichte der momentanen wirtschaftlichen Flaute im Forst-Holz-Sektor kommt alles darauf an, die Unternehmen und den Sektor insgesamt für die Zukunft „fit zu machen“, wobei Forschung und Entwicklung eine entscheidende Rolle spielen. Das diesjährige Winterkolloquium soll dazu einen Impuls geben.

 

28. Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz, 24. und 25. Januar 2008

Zukunftsmärkte: Durch Forst- und Holzwirtschaft gestaltbar?

Die Entwicklung in Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt ist von einer zunehmenden Dynamik weltweit geprägt: Demographische Veränderungen, Klimawandel, Urbanisierung, geopolitische Verschiebungen, technische Innovationen, Rohstoffverknappungen und globaler Handel sind nur einige Entwicklungen, die zu einer ungekannt raschen und weit reichenden Veränderung der Angebots- und Nachfragesituation für öffentliche und private Güter und Dienstleistungen führen. Wenn sich Unternehmen und öffentliche Verwaltungen zukünftig behaupten und weiter entwickeln wollen, wird es für sie zunehmend notwendig, auf diese Veränderungen nicht nur zu reagieren, sondern sie zu antizipieren, in ihr Handeln zu integrieren und wenn möglich sogar zu gestalten. Diese Herausforderung stellt sich auch und gerade für eine Branche, die durch lang andauernde Wachstums- und Produktionsprozesse geprägt ist und als eher wenig mobil und dynamisch gilt, wie die Forst- und Holzwirtschaft. Aber: Ist Zukunft nicht per Definition unvorhersehbar? Können Marktentwicklungen vorausgesagt werden? Lassen sich Zukunftsmärkte überhaupt aktiv gestalten? Welche theoretischen Voraussetzungen und Informationen sind dazu notwendig, welche Ansätze sind zielführend? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz am 24. /25. Januar 2008. Referenten aus der Wissenschaft befassen sich mit der Theorie der Vorhersage und der Gestaltbarkeit von Märkten. Referenten aus Wirtschaftsbereichen, die als besonders dynamisch und zukunftsgerichtet gelten, wie z.B. dem Messewesen, der Energiewirtschaft und der Chemie, aber auch aus der Holzbranche, machen am Beispiel ihrer Unternehmen deutlich, wie sie mit Zukunftsmärkten umgehen. In einem abschließenden Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis werden Konsequenzen für die Forst- und Holzwirtschaft ausgelotet und Perspektiven für das zukünftige strategische Han-deln aufgezeigt.

Wie immer bietet sich dabei Raum für eine lebhafte, sicher in vielen Punkten auch kontroverse Diskussion, aber auch Gelegenheit zum persönlichen Gedankenaustausch.

 

27. Freiburger Winterkolloquium Forst- und Holz, 25. und 26. Januar 2007

Wald als Vermögensobjekt und Kapitalanlage im Spannungsfeld öffentlicher und privater Interessen

In die Jahrzehnte lang fest gefügten Eigentumsverhältnisse des deutschen Waldes kommt Bewegung.

Den Anfang machten umfangreiche Waldverkäufe im Zuge der Privatisierung in Ostdeutschland. Zunehmend wechseln aber auch Waldgrundstücke und ganze Forstbetriebe in Westdeutschland ihren Besitzer und selbst für den öffentlichen Wald gibt es Überlegungen, sich durch den Verkauf von kommunalem oder staatlichem Waldbesitz aus finanziellen Zwängen zu befreien. Andererseits ist eine wachsende Nachfrage häufig zahlungskräftiger Interessenten nach Wald zu verzeichnen. Vermögende Personen und Firmengruppen, wie auch institutionelle Anleger denken darüber nach, Teile ihrer Liquidität in die hohe Stabilität versprechende Anlage Wald zu lenken. Im Einzelnen sind die Beweggründe unterschiedlich und reichen von steuerlichen und jagdlichen Interessen über emotionale Motive bis hin zu "lifestyle-Ambitionen". Erfahrungen aus dem internationalen Bereich, aber auch neue Anlageformen ("Reits") beflügeln dabei die Phantasie der Anleger. Schließlich führt auch in der Holzindustrie die wachsende Konkurrenz um den Rohstoff zu Überlegungen, über Eigentumstitel die zukünftige Versorgung abzusichern. In die Diskussion um Eigentum und Nutzungsrechte am Wald kommt also Bewegung.

Das Winterkolloquium Forst und Holz 2007 will diese Entwicklungen aufgreifen und durch Referate und Fallbeispiele aus unterschiedlicher Sicht beleuchten. Dabei soll auch herausgearbeitet werden, welche ökonomischen, forstpolitischen und sozialen Folgen sich aus derartigen Eigentumsverschiebungen für die bisherigen und die zukünftigen Waldeigentümer, aber auch für die Gesellschaft ergeben können. Die Veranstalter erwarten eine vielleicht kontroverse, sicher aber lebhafte Diskussion und würden sich über Ihre Teilnahme sehr freuen.

 

26. Freiburger Winterkolloquium Forst- und Holz, 26. und 27. Januar 2006

Vom Holzverkaufsreferenten zum Key Account-Manager: Strukturen und Strategien der Vermarktung in der Forst- und Holzwirtschaft

Die anhaltend schlechte Ertragsituation zwingt viele Forstbetriebe dazu, sich noch stärker erwerbswirtschaftlich auszurichten und die Chancen von bestehenden und neuen Märkten systematisch zu erschließen. Der Planung, Entwicklung und Umsetzung von geeigneten Vermarktungsstrategien kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Trotz dieser Bedeutung scheint es, als ob der Schritt vom Verkauf zur aktiven Vermarktung zumindest in der Forstwirtschaft nur sehr zögerlich gegangen wird.

Das Winterkolloquium widmet sich in diesem Jahr der Frage, ob diese stiefmütterliche Behandlung des Themas Vermarktung in der Struktur oder den Produkten der Forst- und Holzwirtschaft begründet liegt, oder ob es sich schlicht um ein Versäumnis handelt, indem überkommene Verhaltensweisen festgehalten und Marktchancen nicht genutzt werden.

 

25. Freiburger Winterkolloquium Forst- und Holz, 27. und 28. Januar 2005

Waldland Deutschland: Zukunftschancen für Forst- und Holzwirtschaft?

Über ein Drittel der Fläche Deutschlands ist von Wald bedeckt, dabei handelt es sich überwiegend um gepflegte und ertragreiche Bestände mit hohem Holzvorrat. Ein dichtes Wegenetz, leistungsfähige Forsttechnik und gut ausgebildetes Personal auf allen Ebenen sind vorhanden. Die Industrie ist hinsichtlich Kapazität, technischer Ausstattung und Innovationen in vielen Fällen führend in Europa, teilweise sogar Weltspitze. Dennoch blickt der Sektor Forst-Holz offensichtlich mit Sorge in die Zukunft. Vor allem die zunehmende Globalisierung der Absatz- und Beschaffungsmärkte und die damit verbundenen ökonomischen Folgen am Standort Deutschland gelten als Hauptgründe für eine eher skeptische Einschätzung.

Das Winterkolloquium will vor diesem Hintergrund grundlegende Entwicklungstrends, die sich in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft abzeichnen, in ihren Auswirkungen auf die Forstwirtschaft und die Holzindustrie darstellen und bezüglich Risiken und Chancen bewerten. Beleuchtet werden sollen wirtschaftliche Rahmenbedingungen in Deutschland, aber auch Trends in der internationalen, europäischen und nationalen Politik, die sich aus der Forderung nach umfassender Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung für die Entwicklung von Forst- und Holzwirtschaft ergeben. Ist das Konzept der multifunktionalen Forstwirtschaft, wie es in Deutschland praktiziert wird, in diesem Kontext zukunftsfähig, vielleicht sogar ein Vorbild? Wie wirken sich Rahmenbedingungen wie Regional- und Umweltpolitik, Naturschutz, aber auch Bildung und Forschung auf die Zukunftschancen von Forst- und Holzwirtschaft aus? Muss beispielsweise angesichts der ökonomischen Rahmenbedingungen in Deutschland mit einem Abwandern der Holzindustrie in Länder mit niedrigeren Lohn- und Umweltstandards gerechnet werden, und was würde dies für den Wald und seine Bewirtschaftung bedeuten?

Es ist gute Tradition des Freiburger Winterkolloquiums, dass Wissenschaftler, Fachleute und Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft diese für die Forst- und Holzwirtschaft zentralen Fragestellungen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten und ihre Standpunkte zur Diskussion stellen.

Wie in den Vorjahren erwarten wir zahlreiche Teilnehmer aus der Region, aber auch aus ganz Deutschland und aus dem Ausland, und freuen uns auf ein fachlich ertragreiches und diskussionsfreudiges, lebendiges Kolloquium.

 

24. Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz, 29. und 30. Januar 2004

50 Jahre Forstliche Fachverwaltung im Einheitsforstamt: Was kommt danach?

Im Frühjahr 2003 wurde durch die Landesregierung Baden-Württemberg ein umfassendes Konzept zur Neuordnung der Landesverwaltung vorgenommen. Unter dem Schlagwort "Einräumigkeit und Effizienz der Verwaltung" werden bis auf wenige Ausnahmen (Polizei, Justiz) alle bisher als Fachverwaltungen organisierten Behörden in die allgemeine Landesverwaltung auf mittlerer Ebene (Regierungspräsidien) und unteren Ebenen (Landratsämter)integriert. Für die Forstverwaltungen heißt dies, dass die bisher zwei eigenständigen Forstdirektionen in den Regierungspräsidien aufgehen werden, und dass weiterhin die bisher eigenständigen 163 Forstämter in die 44 Landratsämter bzw. Stadtkreise integriert werden.

Für die nach dem Konzept der Einheitsverwaltung organisierte Landesforstverwaltung ist dies ein radikaler Umbruch. Bisher wurden die Aufgaben Hoheitsverwaltung, Leistungsverwaltung (Beratung, Förderung) und betriebliches Management des Landeswaldes und (im Auftrag) des kommunalen Waldbesitzes aus einer Hand durch die Einheitsforstämter wahrgenommen. Diese Funktionen werden nun auf verschiedene Dienststellen verteilt. Dadurch ergeben sich erhebliche Änderungen für die Bürger, die privaten und kommunalen Waldbesitzer und für die Holzindustrie. Erprobte und eingespielte Strukturen und Arbeitsbeziehungen fallen weg, neue Konzepte müssen gefunden werden.

Nachdem der Grundsatzbeschluss zur Durchführung dieser Reform im Sommer 2003 im Parlament gefallen ist, werden derzeit die gesetzlichen Bestimmungen ausgearbeitet. Das Baden-Württembergische Modell hat bundesweit große Aufmerksamkeit erregt. In mehreren Bundesländern werden ebenfalls weit reichende Reformvorschläge diskutiert.

Das 24. Winterkolloquium Forst und Holz der Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg soll diese Situation und die Folgen dieser fundamentalen Veränderungen darstellen, in ihren Konsequenzen ausloten und breit diskutieren. Dabei geht es einerseits um die Folgen für das Land und seinen Waldbesitz selbst, andererseits aber auch um die Konsequenzen für die privaten und kommunalen Waldbesitzer. Weiterhin sind die Auswirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung und die Beschäftigungssituation im ländlichen Raum zu bedenken, und schließlich stellt sich für die Holzindustrie als bei weitem wichtigsten Kunden der Forstwirtschaft die Frage, wie zukünftig die Marktbeziehungen gestaltet werden können. Ohne Zweifel wird die Verwaltungsreform auch Auswirkungen auf die forstpolitische Entwicklung in anderen Bundesländern und auf der Ebene der europäischen Union haben, die es zu analysieren gilt.

 

 

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